csm_ys3q5vroxtg-ben-white_a100ceefdfSein Name verriet nicht gerade viel über ihn. “Willy” stand schliesslich im Geburtsjahr von Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf auf der Top-Ten-Liste der Jungennamen, aber nicht im 20. Jahrhundert. Vermutlich würde ich bald einem älteren Herrn gegenüber stehen, der unseren Missionseinsatzes im Emmental anleiten würde. Aber ich hatte mich noch nie mehr getäuscht als in diesem Moment…! Boaah, war das ein Mann! Was für ein Glückskind war ich, ein solch taufrisches Bürschchen kennen lernen zu dürfen. Der junge Mann gefiel mir ausserordentlich: Trotz altmodischer Bundfaltenhosen hatte er immer ein verschmitztes Lächeln auf seinem attraktiven Gesicht. Er war der liebenswürdigste Gentleman, den ich je kennen gelernt hatte!

Nein, ich habe mich nicht geirrt in ihm! Er ist immer noch mein Traummann. Aber unterdessen kenne ich Willy wirklich. Ich kenne nicht nur seine herrliche Anziehungskraft, sondern auch seine Schattenseiten, so wie er die meinigen. Und es gibt Momente, vor denen ich mich gerne drücken möchte, nämlich dann, wenn ich um seinetwillen leide, egal warum. „In guten wie in schlechten Tagen!“, meint Willy heute noch mit einem Augenzwinkern, wenn er meine angegrauten Haare betrachtet und zusieht, wie eine Sünderin langsam “verwittert”. Die Auferstehungskraft wächst tiefer innen!

Liebe ist kein Picknickkorb, sowenig wie unser Glaube! Wir wollen mit Jesus im Mittelpunkt stehen, aber nicht am Kreuz! Wir wollen Gottes Reich auf Erden haben, aber nicht durch Peitschenhiebe und Verachtung! Wir wollen Freiheit in Jesus proklamieren, aber ohne die Fesseln Jesu. Wir schreien nach christlicher Eintracht und proklamieren  „humanistische Philosophia Christi“! Wir wollen eine Gerechtigkeit ohne Schande! Alles was wir wollen ist stark sein, aber nicht auf dieselbe Art wie Christus!!

IHN möchte ich erkennen, und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde! Phil. 3,10

 

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