S-3aWas ist es nur, dass mein Tageskind nicht mehr vom Terrarium im Zoo Dählhölzli wegzulocken ist? Es waren winzig kleine Arbeiter, die im Gegensatz zu ihren Körpern überdimensionale Blattstücke durch dünne, durchsichtige Rohre ins Innere ihres Nestes trugen. Die Blattschneiderameisen interessierten das kleine Mädchen viel mehr als die lustigen Gesellen im Affengehege gegenüber.

Ameisen haben uns auch in den 13 Jahren in Peru auf vielerlei Weise aufgehalten. Z.B. wenn sich über Nacht ein ganzes Nest in der Waschmaschine einquartiert hatte, und diese sich beim Wasser einlassen samt den Reiskorn grossen Larven an der schmutzigen Wäsche festklammerten. Oder wenn eines unserer Kinder in den Siegeszug von Wanderameisen geriet. Sie lernten so auf schmerzhafte Weise die kleinen Feuerteufel kennen. Doch trotz der schmerzhaften Erfahrungen faszinierte uns dieses kleine, unbesiegbare Volk. Was machte sie so stark?

Für das menschliche Auge wirken die Feuerameisen recht chaotisch, nämlich ein Haufen übereinander laufender Leiber, die sich auf eine Art Fluchtartistik vorwärts treiben. Doch das oberflächlich betrachtete Chaos besteht aus einer „Matte“ lebender Körper, die sich mit Füssen und Mundwerkzeug fest miteinander verbinden. Sie bauen auf diese Weise Brücken, damit andere Arbeiter samt Beute und Larven „über sie hinweg trampeln“ können. Noch erstaunlicher: Sie sind fähig,  Überschwemmungen zu überleben, indem sie sich mit ihren Körpern zu einem Rettungsfloß zusammen ketten.

Rein oberflächlich gesehen ist die Gemeinde Jesu manchmal auch so etwas wie ein chaotisch ineinander verbissenes Rettungsbiwak. Und doch marschieren wir, angeführt von unserem grossen König, in einem Siegeszug mit. Wir bauen Brücken der Liebe für ein unvergängliches Ziel! Das was uns treibt, ist die Gnade Gottes in Jesus Christus, der uns zu einem einzigen Volk gemacht hat.

Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer – dies sei euer vernünftiger Gottesdienst! Römer 12,1

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