DSC00702Ich webe „Selbstchen“, duzendweise! Ein „Selbstchen“ ist ein heimtückisches Gewebe, das sich im Kopf „ver-SELBST-ständigt“. Es ist ähnlich wie beim Fingernägel kauen. Man beschäftigt sich stundenlang damit, seine eigenen Nägel abzubeisst und aufzufressen, pfui! Alles konzentriert sich nur noch auf die eigene tote Hornhaut. Selbst, selbster, am selbstesten! Daraus entstehen eben „Selbstchen“: Selbst-liebe, Selbst-zweifel, Selbst-mitleid, Selbst-schutz, Selbst-vorwürfe, der reinste SELBSTbedienungsladen! Der Selbst-Auslöser für all die „Selfies“ liegt tief im Herzen verankert. Ich habe versucht, mich selbst… (autsch, da ist es schon wieder!) zu verlieren. Ich erklomm die steilsten Höhen der Frömmigkeit und wollte alle meine „Selbstchen“ hinunter stürzen. Aber sie klebten wie mein verzweifeltes Echo an mir. Statt sie loszuwerden stürzte ich mitsamt ihnen ins Tal hinunter und blieb verletzt auf meinem Rucksack voller „Selbstchen“ liegen!

Und dann endlich entdeckte ich sie wieder, die Quelle der Gnade! Sie fliesst immer nur ganz unten im Tal. Nur Herzen, die einen niedrigen Platz einnehmen, trinken daraus. Solche Menschen geben sich den lindernden Einflüssen dieser Quelle hin und stellen dann überwältigt fest, dass die „Selbstchen“ schweigen und den Bach hinunter gespült werden. Nur wer sich nicht mehr selbst befreien kann und will, wird in die Höhen des Erbarmens aufgehoben, um dort voller Dank und „von-sich-selbstlos“ allein Gott anzubeten!

Die Wahrheit hinter dieser Allegorie ist nicht erfunden! Es ist beschämend, wie schnell ich mich von Menschen enttäuscht in der Opferrolle wiederfand. Doch unser himmlischer Vater hat jedem seiner Kinder ein Mass der Suche zugedacht, bis wir wieder die richtige Haltung vor ihm haben, nämlich Hilflosigkeit – sprich Demut! Wir haben als Christen überhaupt kein Recht, ein Opfer zu sein, denn wir haben ein Opferlamm!

Und er zeigte mir den reinen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall; der ging vom Thron Gottes und des Lammes aus. Offenbarung 22,1

Möchtest Du antworten?