image25Die Kirche in einem Urwalddorf der Wampis  war ziemlich neu. Doch die Baumeister hatten für das Dach, welches bereits schon viele undichte Stellen aufwies, alte Palmblätter verwendet. Mein Mann Willy machte seinen Indianerfreund darauf aufmerksam, dass das Dachgerüst dadurch schnell faulen würde. Julio hatte sich ebenfalls Gedanken darüber gemacht und war zu dem Schluss gekommen, dass, wenn jeder Christ im Dorf das Wellblech der vom Staat gebauten Plumpsklos sozusagen Gott spenden würde, es ausreichen könnte, um das Kirchendach mit Wellblech zu flicken.

PhotoScan (2)Wir konnten ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Einige hatten das Wellblech ihrer Latrine bereits abmontiert und auf ihrem Hausdach oder als Schlafzimmerwände befestigt. Wie ein Scherz prangte deshalb unter dem Schutze eines Palmblätterdachs das grosse staatliche Denkmal in der Dorfmitte, auf welchem in schönen Lettern stand, dass der peruanische Präsident für jedes Haus eine Latrine bauen liess.

Leider stellen wir Christen auch oft Denkmäler der Gnade Gottes auf, indem wir uns mehr der Verpackung der Gabe widmen. Aber die Gnade hat keine Nachhaltigkeit auf unser Leben, wenn sie nicht in ihrer ganzen Kraft genutzt wird. Sie ist doch die Gegenwart Gottes in unserem Leben, um zu tun, wozu mich Gott berufen hat!!! Sie ist der verschwenderische, skandalöse, ungezähmte Segen Gottes, der mich befähigt, hart an meinem Charakter und am Reich Gottes zu arbeiten. Diese Gnade ist vernunftwidrig und unverhältnismässig durch Jesus ausgegossen, und würde als Gotteskraft jede Facette meines Lebens im Überfluss durchströmen, wenn ich nur nicht darin verharren würde, mich bloss mit dem Geschenkpapier dieser unaussprechlichen Gnade zu vergnügen. Haben wir vielleicht nicht, weil wir nicht um solche Frucht in unserem Leben bitten – Jak.4,2?  Nur deshalb konnte Paulus doch bezeugen:

image19Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 1.Kor. 15,10

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