58229489Jetzt weiss ich endlich, mit was man unsere heutige Gesellschaft in etwa vergleichen kann, nämlich mit dem Gähnen! Hast du gewusst, dass die Wortherkunft von Chaos mit dem griechischen Verb „klaffen, gähnen“ zusammenhängt? Chaos bedeutet nämlich ursprünglich so viel wie „klaffender Raum“ oder „gähnende Leere“. He ja, passen würde der Vergleich, wenn wir unseren Schlund aufreissen, den Kiefer dabei verrenken und geräuschvoll unsere Müdigkeit ausdrücken. Deshalb frage ich mich, ob dies Gebaren ein Reflex unseres Chaos ist. Aber bitte verfallen wir nicht dem Drang, das Chaos anderer durch die Häufigkeit ihres Gähnens zu messen. Wikipedia lehrt uns nämlich, dass Gähnen als eine Art „synchronisierende Gruppen-Aktivität“ angesehen werden könne, vergleichbar mit dem Heulen der Wölfe. Ach du Schreck: Gähnen ist ansteckend!

Download (1)Ja, die gähnende Leere im Chaos dieser Welt empfinde ich tatsächlich manchmal ansteckend, und man möchte beim „Heulen der Medien“ am liebsten zurückheulen. Verschleiern wir Christen nicht häufig wie beim Gähnen, dass wir müde davon sind, Antworten auf das Leid zu geben, indem wir diskret unsere Hand vor den Mund halten und schweigen? Denn ist es nicht so, dass wir schon uns selbst und unseren Nächsten oft als Mysterium gegenüberstehen; und wie viel mehr bleibt uns der heilige, ferne Gott ein Geheimnis? Ich glaube, die grösste Hoffnungslosigkeit der Menschheit liegt darin, dass wir mit Salomo bekennen müssen, dass all unsere Bemühungen um wahre Weisheit eitel sind!

Doch gerade im Ausmass dieser Not liegt unsere grösste Hoffnung, die wir niemals wie das Gähnen verschleiern dürfen! Das „Heulen der Wölfe“ verstummt im aller-aller-allergrössten Wunder aller Zeiten: Gott wurde Mensch von Fleisch und Blut! ER hat sein allmächtiges Wort durch sich selber in unser Menschsein herunter transformiert! In die Verzweiflung polemischer Philosophie und Theologie tritt die Gottesbegegnung. An Stelle des Chaos tritt Jesus und füllt unsere gähnende Leere mit seinem Leben aus. Er schenkt uns seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, und erfüllt unseren Mund mit seinem Lachen und Jubel, weil der Herr solch grosse Taten an uns getan hat! (Ps. 126,2) Wenn das keine Hoffnung für unsere gähnende Gesellschaft ist…!

ER, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine, wie nur ER als der einzige Sohn sie besitzt, ER, der vom Vater kommt. Joh. 1,14

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