DSC02231Das grösste Glück unserer Kinder im Amazonasbecken von Peru bestand damals darin, einen Leuchtkäfer der Gattung „Pyrophorus noctilucus“ unter ihrem Moskitonetz zu beherbergen. Die kleinen Taschenlämpchen zündeten so hell, dass man damit Bilderbücher anschauen konnte. Zufrieden schliefen sie mit einem biolumineszent grünlichen Schein auf ihren Gesichtern ein.

Eines Morgens entliess unser damals siebenjähriger Silas seine „nächtliche Erleuchtung“ wieder in die Freiheit, und warf den Käfer zur Starthilfe in die Luft. Der verglühte Lichtträger fiel jedoch wie ein Spielzeug mit leerem Akku auf den Boden. Silas versuchte es erneut, bis – na ja – ein dummes Huhn dem ganzen ein Ende setzte und den „Pyrophorus noctilucus“ mit einem einzigen Picker verschluckte. Silas wurde von solcher Wut erfasst, dass er den nächsten Stock am Boden packte und das Federvieh fast erschlagen hätte, wäre die Vernunft nicht doch noch rechtzeitig zur Besinnung gekommen. Aber seine Zufriedenheit war mitsamt dem Leuchtkäfer im Hühnermagen verschwunden.

Warum eigentlich pickt uns immer jemand oder etwas die Zufriedenheit weg? Jesus selbst hat unser Problem auf den Punkt gebracht, als er mit den deprimierten Emmausjüngern unterwegs war. Er sagte zu ihnen: »Was seid ihr doch schwer von Begriff! Warum rafft ihr euch nicht endlich auf zu glauben, was die Propheten gesagt haben? « (Lukas 24,25)

Ja, warum fangen wir nicht endlich an, uns intensiv mit Gottes Wort zu beschäftigen und zu glauben, was Gott uns wirklich zugesagt hat? Stattdessen rennen wir den „Leuchtkäfern“ unserer Illusionen nach, die von der Lebensrealität aufgefressen werden. Die Geschichte eines Missionars in Pategonien verdeutlicht uns eindrücklich, wo tiefste Zufriedenheit zu finden ist. Er hatte die schrecklichsten Entbehrungen erlitten und schrieb nun – von Menschen völlig verlassen und schwer krank unter einem umgekippten Boot liegend – seine letzten Worte in sein Tagebuch. Mit fast unleserlicher Schrift stand da: „Ich bin überwältigt von dem Gefühl, wie gut Gott ist!“ Auch im grössten Elend erlebte er, dass das tiefste Glück in seinem Leben nun auch in seinem Sterben bestätigt wurde, nämlich durch den, dem er völlig vertraute, seinem Herr und Heiland! Dieses Licht schien viel heller als sein verglühtes Erdenglück! Psalm 73,25-26 beschreibt dies folgendermassen:

Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.       

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