img_1009-2Das lateinische Eigenschaftswort „frustran“ wird u.a. in ärztlichen Befunden eingesetzt, um die Vergeblichkeit einer Therapie darzustellen. Unbestreitbar: Meine „Therapie“ gegen Nachbars Katzen, die unseren Garten als Katzenklo auserwählt hatten, war in vollem Masse „frustran“! Ohne Effekt! Für die Katz! Fast jeden Tag mussten wir unseren Rasen von mehreren Kothäufchen befreien. Im Garten hob ich eines Tages die Gartenfolie gegen unerwünschtes Katzenscharren hoch, um ein Salat zu ernten. Aber oh „frustran“: Ein Kater, der sich zwischen all meinen Salatköpfen in Sicherheit gewähnt hatte,  suchte erschrocken das Weite! Wir steckten sündhaft teure Geruchbeutel in die Beeten, nur um von den Miezen verhöhnt zu werden, indem sie direkt daneben ihr Häufchen machten. Wir streuten Pfefferkörner, versuchten es mit Kaffeesatz, ja, nicht mal der Ultraschall-Katzenschreck hielt die Scheusale vom Gartenwandalismus ab. Ich hatte buchstäblichen den Katzenjammer! Doch der anhaltendere gewinnt: Nach jahrelangem, stetigem fauchen, kreischen, klatschen und hinterherlaufen haben die sonst so süssen Büsis uns nun kennen und fürchten gelernt. Es braucht nur unser Schatten auf sie zu fallen, und schon nehmen sie ihre Hinterbeine unter die vorderen Pfoten und suchen das Weite!

Ich lasse die Katze aus dem Sack: Katerstimmung verspüre ich auch dann, wenn ich auf flauschig weichen Samtpfoten tappen muss, um beim Nächsten keinen „Seelen-Katarrh“ auszulösen. Ich habe Schwierigkeiten, mich leidenden Menschen zu nähern, weil stetes Tadeln über „Hiobsfreunde“ mich – wie unsere Nachbarskatzen – in die Flucht schlägt. Es gibt nämlich – wenn auch berechtigterweise – ganze Bibliotheken darüber, wie mit taktlosem Verhalten das Leid der Betreffenden nur noch schmerzhafter wird. Aber es gibt kaum Bücher darüber, wie Leidende sich gegenüber ihren bekümmerten Freunden verhalten sollen, um ihnen das Trösten leichter zu machen. Ich habe jedoch etwas beobachtet: Am meisten erfahren diejenigen Menschen Trost im Leid, die ihre Umgebung – trotz grossem Kummer – nicht durch stumme Forderungen von sich weg treiben, sondern ansprechen, was ihnen gerade helfen würde. Sie sagen z.B.: „Du, ich würde mich nun freuen über einen Besuch, nachdem ich eine Weile alleine sein wollte.“ Oder: „ Es hilft mir, darüber zu reden“. Oder: „Ich rufe dich an, wenn es mir wieder etwas besser geht.“ Solche Menschen haben auch in der Not Freunde und strahlen trotz grossen Prüfungen im Leben aus, was Freundschaften stark macht!

„Ja, wenn ein Glied leidet, leiden alle anderen mit; wenn ein Glied eine Auszeichnung erfährt, freuen sich alle mit!“     1.Korinther 12,26

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