image39Wir haben doch alle einen angeborenen Schaukelfimmel. Schon von klein an muss ein Menschenkind “gigampfet” werden: Zuerst im Mutterleib, dann in der Wiege, im Kinderwagen und auf dem Schoss, auf dem „Gigampfirössli“, „Rittiplampi“ und im Schaukelstuhl. Doch bald schon wird das Gehampel mit dem leidigen Liedchen gebremst: „Sitz endlich ruhig! Wackel nicht mit dem Stuhl!“

Auch unsere Kinder wurden alle auf dieselbe Art erwachsen. Nur – sie können das Stuhlwackeln immer noch nicht ganz lassen. Nicht mal unser junger Schreiner erbarmt sich unserer Stühle, die nicht die beste Standhaftigkeit besitzen. Gelangweilt lässt er sich am Familientisch in seinem Sitzmöbel auf den hinteren zwei Stuhlbeinen hängen, während wir noch am essen sind, oder er versucht risikofreudig auf einem einzigen Standbein zu stehen. Ist er jedoch mit seinem Vater in ein Thema um den Fussball verwickelt, lehnt er sich nach vorn und sitzt ganz auf der vordersten Kante des Stuhls, dass er vor Eifer fast auf die Nase kippt. Er wird mir garantiert für diese Aussagen die „Kappe waschen“. Meinen „Segen“ hat er dafür, denn ich habe etwas übertrieben!

A propos Segen: Unsere Vorstellung vom Anteil an Göttlicher Kraft hat – ebenso wie unsere Stühle – auch nicht die beste Standhaftigkeit. Wir wackeln zuweilen gefährlich darauf herum, nennen etwas Segen, was eher ein Fluch für unser Leben ist, und jammern über unsere Beschwerlichkeiten, die jedoch – bei näherem Betrachten – ein Segen für uns sind. Göttlicher Segen steht aber standfest auf dem Boden der Zusagen Gottes. Es ist der Zuspruch, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen werden. Langweilt uns dies schon so sehr, dass wir uns im Stuhl des Glaubens auf die hinteren zwei Stuhlbeine lehnen und selbstzufrieden rülpsen? Oder versuchen wir gar – wie Petrus – risikofreudig auf einem Bein der Selbstüberschätzung zu stehen, bis wir auf die Nase fallen?

Wenn wir uns doch nur aus Sehnsucht nach einem geheiligten Leben nach vorne lehnten und davon verzehrt würden, dass der überfliessende Segen der Erweckung in unserem Leben, Gemeinde und Land ausbräche und Gott durch uns geehrt würde! Würden wir uns doch nur weinend auf unser Angesicht werfen, statt beim gelangweilten Zurücklehnen auf wackligen Glaubensbeinen das Bewusstsein von Gottes heiliger Gegenwart zu verlieren!

Solange ihr nicht Gott bittet, werdet ihr nichts empfangen. Wenn ihr freilich Gott nur darum bittet, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen, wird er euch nichts geben.           Jak.24,2b-3a

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