eselStress und Überbelastung sind Schlagwörter, die in unserer Gesellschaft schon fast zur Gewohnheit geworden sind. Die Anforderungen des Alltags übersteigen oft unsere Kräfte. Viele „Brotverdiener“ wissen nicht mehr, was sie mit den unzähligen Überstunden machen sollen. Frauen sollten nebst der Familie mithelfen, durch ihre berufliche Tätigkeit die Wirtschaft zu unterstützen. Kitas spriessen wie Pilze aus dem Boden! Der Anforderungskatalog in Beruf und Familie wächst längst ins Unermessliche. Was mir jedoch zu denken gibt ist, dass viele Gotteskinder zusätzlich einen „Christen-Knigge“ mit sich herum schleppen, nämlich das dicke Pflichtenheft eines Jünger Jesu. Liebe Geschwister, ich muss es mir selbst auch immer wieder neu buchstabieren:

Das Evangelium ist eine Botschaft, die den Kerker der Gefangenen in die Freiheit öffnet und mühselige und beladene Herzen erfrischt!

Das Evangelium ist keine  Aufforderung zum erneuten Frondienst, nachdem wir aus solchem errettet wurden! In 1.Joh.2,15 sagt Gott zu uns:

„Hängt euer Herz nicht an das, was zur Welt gehört! Wenn jemand die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater keinen Raum in seinem Leben.“

Das Wesen der Welt ist u.a. Leistung und Erfolg! Unser Dilemma ist, dass wir in unserem geistlichen Leben immer noch demgemäss denken und handeln. Unser „Lastenheft“ ist zwar beglichen, die Schuld ist am Kreuz bezahlt und wir sind mit Gott versöhnt. Aber unseren christlichen Anforderungskatalog tragen wir voller Zweifel in unseren erschöpften Herzen mit. Wenn du so fühlst, dann mache ich dir jetzt einen Vorschlag:

Setz dich auf einen bequemen Sessel. Zeige Gott im Gebet schonungslos dein Pflichtenheft. Jesus wird es nehmen, und hinter jede „christliche Pflicht“ ein Gutzeichen setzen. Dann wird dein Befreier zu dir sagen: „Das, was Gott von dir fordert, habe ich schon alles am Kreuz für dich erledigt. Du hast ab heute frei, für immer! Geh im Frieden meines Vaters, wohin auch immer du hingehen möchtest!“ (nach Philipper 3,9)

Glaubst du das nicht? Das Problem ist, dass wir denken, dass Gott ohne uns nicht sein Reich bauen kann. Das ist die grösste Dummheit. Gott baut sein Reich durch Christus (Eph.1, 9-10)! Oder hat er deine Erlaubnis gebraucht, damit er dich retten konnte? Nein, er hat es nicht getan, weil du es so wolltest und dich dazu entschlossen hattest, sondern weil er barmherzig und gnädig ist! Darum hat er dich „aus Gott geboren“! Lies selber in Johannes 1, 12-13 nach! Das Geheimnis des Glaubens liegt nicht im Handeln, sondern im Erkennen! Wir müssen schleunigst aufhören herumzurennen, bevor wir nicht begriffen haben, was uns als Gotteskinder alles geschenkt ist! Setze dich einfach hin, denn Jesus will dich nicht „brauchen“, sondern vor allem kennen! Erst wer Jesus kennt, wird zum Sprachrohr seiner Liebe! Ein solches Gotteskind jubelt und singt von der Herrlichkeit Gottes und von der Weite der Freiheit, im Hause Gottes aus- und einzugehen, ohne Leistung und Erfolg vorweisen zu müssen! Es bezeugt in seiner Umgebung schon allein durch sein verändertes Wesen: „Bringt eure Lasten- und Anforderungskataloge zu Jesus, er ist der einzige, der ihn erfüllen kann!“

Mache es wie der Psalmist, der in Psalm 17,15 zu Gott sagt:

„Ich will satt werden im Anschauen deines Bildes!“  

Studiere das Wesen Gottes:

  • ER ist über alle Mächte erhaben!
  • ER spricht, und es geschieht!
  • Durch IHN ist alles in allem geschaffen!
  • ER ist mein Fürst des Friedens!
  • ER ist der Anfänger und Vollender unseres Glauben!…

Wenn ich beginne, Gott für sein Wesen zu danken und Ihn anzubeten, dann tue ich genau das, was C.H. Spurgeon empfohlen hat:

„Stürze dich in die tiefe See der Gottheit; verliere dich in ihrer Unermesslichkeit; und du wirst wie von einem Ort der Ruhe erfrischt und belebt daraus hervorgehen. Ich kenne nichts, was die Seele so erquicken, die Wogen der Sorgen und Trauer so glätten kann, den Wind der Anfechtungen so zu stillen vermag, wie ein andächtiges Sinnen über das Wesen Gottes!“ 

1 Kommentar zu “Der christliche Anforderungskatalog”

Genau diese Botschaft brauche ich. Mir wird immer wieder eingeflüstert: “Du tust zu wenig. Du schaffst zuwenig Beziehung mit Gott. So kannst du Gott gar nicht nahe sein.” Dabei merke ich nicht, dass Gott immer in mir ist und dass er längst alles getan hat für meine Errettung. Immer wieder muss ich dem Einflüsterer gebieten und mich unters Kreuz Jesu begeben. Dort hats keinen Platz für Lügner.
Herzlichen Dank Anita !!

Möchtest Du antworten?