wandtattoo-rg263-garderobeNun ist es schon wieder passiert! Jemand hat den falschen „Pelz“ angezogen, und in der Garderobe ein herrenloses Stück zurückgelassen. Angefangen hatte es bereits vor längerer Zeit. Da verschwand wie aus heiterem Himmel der Mantel unserer Tochter. Zurück blieb ein ähnliches Duplikat, das ihr zu klein war. Wir haben nie herausgefunden, wem das verwaiste  „Winterfell“ gehörte. Im zweiten Fall zog ich nach der Visite beim Arzt „meine“ Jacke an und merkte erst beim Auto, dass in den Taschen die Autoschlüssel fehlten. Irritiert begutachtete ich die Jacke genauer und merkte, dass ich mich in eine fremde Schale geworfen hatte. Peinlich berührt eilte ich in die Praxis zurück und tauschte die „roten Zwillinge“ aus, ohne dass es jemand bemerkte. Und nun folgt der Gipfel der Eskapaden: Ich will nach dem Gebetsabend in unserer Gemeinde wieder in meine nigelnagelneue Jacke schlüpfen, doch sie hängt nicht mehr da. Das ist doch die Höhe! Nach vergeblichem Nachforschen lasse ich die einsame blaue Jacke, dessen Besitzer sich wohl mit fremden Federn geschmückt hat, hängen, und mein Mann und ich werden der Kälte wegen vom Gemeindeleiter nach Hause gefahren. Doch – was sieht mein Auge zuhause in der Garderobe: Meine schöne Jacke hängt an ihrem Bügel ab und geniesst den Feierabend. Nun war der Lachanfall vorprogrammiert; war ich doch aus Versehen in die verwaschene Arbeitsjacke meines Gemahls geschlüpft, und keiner von uns beiden hat den Irrtum bemerkt. Obendrein hing die arme Verpönte  immer noch in den heiligen Hallen der FMG Oberburg an einem Haken.

Das hat mich stark daran erinnert, dass wir in Sache Jüngerschaft auch manchmal „fremde Mäntel“  tragen, ohne es zu bemerken. Wir haben die authentische Leidenschaft mit dem ihr ähnlichen Aktivismus verwechselt. Die Leidenschaft hängt  in der Garderobe der tiefen persönlichen Gemeinschaft und Erkenntnis Gottes, der Aktivismus jedoch am Haken der  Manager und Repräsentanten Gottes, da der Herrscher von Himmel und Erde anscheinend ohne unseren Betrieb nicht zurechtkommt.

Etwas habe ich aus der „Fremdtragerei“  jedoch gelernt: Zuerst muss ich in meiner Garderobe „kehren“, bevor ich meine ganze Kraft  auf der Suche nach echter Leidenschaft in anderen verpuffe. Übertragen: Ich muss selbst erweckt werden, will ich authentische Jüngerschaft erleben. Habe ich den Mangel in mir bereits erkannt und den „richtigen Mantel“ angezogen? Dies beginnt mit der Umsetzung folgenden Gebets:

„Herr, mach mich so heilig, wie es ein erlöster Sünder nur sein kann!“                              Robert Murray M‘Cheyne

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