rtscheHast du schon mal einer „Rätsche“ zugehört? Eine „Rätsche“ ist ein hölzernes Lärminstrument, bei dem ein   Holzplättchen an einem feststehenden  Zahnrad schnarrend um einen Griff geschwungen wird.  Auf Berndeutsch  „rätschet“ jedoch die „Klappe“, die andere verpetzt, und dann wird „frau“ zur „Rätschibäse“. Woaah, solcher Lärm gellt einem buchstäblich in den Ohren!

Wir haben einen jungen Mann aus Südamerika kennengelernt, dem die Ohren aus den „Rätsch-Erfahrungen“ seiner Schulzeit immer noch dröhnen. Das Wochenheft, über welches die Lehrer die Eltern über das Verhalten ihrer Kinder  informierten, nannte er „Petzheft“ – und er hasste es mit Leidenschaft. Er entsprach niemals der Norm anderer Kinder, und wie er sich auch bemühte, gute Einträge zu verdienen, er sorgte laufend für neuen Ärger. Aus seinem Frust heraus  wurde er zum allgemeinen Störfaktor. Man glaubte ihm nicht mehr, wenn er seine Unschuld für eine nicht begangene Tat beteuerte, nicht mal, wenn er Zeugen dafür hatte. Obwohl er sonst gute Noten schrieb, musste er Examen wiederholen, weil er im Benehmen durchgefallen war. Beim Hineinschauen in seine „Petzhefte“ taten mir vom „Rätsch-Lärm“ nicht eigentlich die Ohren weh, sondern das Herz. Das Bild, das von diesem Schüler gemalt wurde, entsprach nicht dem offenen, attraktiven und umgänglichen Jugendlichen, den wir kennengelernt haben. Doch er wurde von niemandem „umerzogen“, sondern blüht als angehender Tierarzt auf, weil seine Eltern, sein Berufslehrer und Chef kein „Petzheft“ führen, noch ihn in eine Form hineinzwängen, in die er nicht hineinpasst. Er wird stattdessen ermutigt, ernst genommen und darf auch Fehler machen. Gott will ihm durch diese Menschen ausrichten:

„Wirf dein Vertrauen in mich nicht weg! Der wahre „Rätschi“  (der Teufel), der dich laufend bei mir verpetzt, habe ich durch meinen Sohn Jesus zum Schweigen gebracht. Ich habe dich von aller Schande gereinigt und wunderbar und vollkommen gemacht, weil du mir vertraust! Du entsprichst in Jesus ganz dem, was ich mir über dein Leben ausgedacht habe! Ich führe kein „Petzheft“ mit deinem Namen!“

Wer wird es noch wagen, Anklage gegen die zu erheben, die Gott erwählt hat? Gott selbst erklärt sie ja für gerecht.  Ist da noch jemand, der sie verurteilen könnte? Jesus Christus ist doch für sie gestorben, mehr noch: Er ist auferweckt worden, und er sitzt an Gottes rechter Seite und tritt für uns ein.                                                  

Römer 8,33/34

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