10_e89f62e11162323584bdd8af37942df4Unser Herz ist wie ein Rummelplatz unserer Individualität für aktives Handeln und Empfinden. Wie im Mittelalter feiern wir die eigene „Kirchweihe“- auch Kirmes oder „Chilbi“ genannt – und weihen unseren Gedanken die grössten Vorlieben für des Teufels Fahrgeschäft:

Da ist z.B. das Rösslispiel; alles dreht sich um die eigene Achse. Beim Kettenkarussel kommt noch die Fliehkraft dazu: Der Sitz unseres Egos schwenkt radikal zur Seite, und wer uns im Weg ist, dem fallen wir in den Rücken. Die Schiffschaukel hingegen schaukelt alles und jeden hoch, überschlägt sich, bis ausgeschaukelt ist und sich die Aussteiger mit weichen Knien übergeben. Viele bevorzugen deshalb lieber das sanfte Riesenrad, indem sie das Spektakel von oben herab in Augenschein nehmen. Sie beobachten mit dem Fernglas die Selbstdarsteller und Marionettenspieler in den Schaubuden, oder schütteln den Kopf über die Spinner, die mit ihren Gefühlen Achterbahn fahren. Sie gondeln lieber im Rad der Zeit mit und lassen sich von ihrer Höhenangst nichts anmerken! Im Gegensatz dazu sind jene, die am Boden der Tatsachen bleiben. Sie vergnügen sich z.B. in den „Putsch-Autos“ und rempeln jeden an, der sich ihnen in die Quere stellt.

Denken Sie, dass ich damit über andere herziehe? Im Gegenteil! Was unseren Herzen nämlich am allermeisten fehlt, ist die Ehrlichkeit zu sich selber. Die Wurzel allen Übels kommt nicht von aussen, sondern aus dem eigenen Herzen, welches ein richtiger Tummelplatz für Lügen ist. Denn wenn das, was ich glaube und denke nicht mit der Wahrheit Gottes übereinstimmt, ist das was ich fühle nicht Realität. Darum feiert man dem Thema „Verletzung“ so oft die „Kirchweihe“, und die Selbsterkenntnis geht im Lärm der „Herzens-Chilbi“ unter! Müde über den sogenannten “frommen Kuchen” wird man nämlich deshalb , weil man alle Schwächen der anderen hochschaukelt und sein eigenes Herz ungeschoren davonkommen lässt. Man fährt seine Mitmenschen im Turm der eigenen Erwartungen hoch hinauf, und reagiert zutiefst empfindlich, wenn man, selbst der Kritik ausgesetzt, in Sekundenschnelle in die Tiefe rast.

Ich liebe nichts so sehr, als wenn ich erkenne, dass Gott mich von mir selber heilt, und das tut oft sehr weh! Aber ich weiss dann, dass ich ihm soo viel bedeute!

 Jeder, der aufrichtig seinen Weg geht, der Gerechtigkeit übt und von ganzem Herzen ehrlich ist, der nicht andere verleumdet…, wer so handelt, wird nie zu Fall kommen. Psalm 15

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