Mogli , das Findelkind aus dem Dschungelbuch, mogelt uns etwas vor und sein Bär Balu tanzt dazu. Der liebenswerte Dschungelheld spielt sich im Kampf mit den Kräften der Natur als Herrscher der Naturgesetze und der Tierwelt auf. Ist es nicht die Sehnsucht aller, das Dschungeldurcheinander in unserem Leben in den Griff zu bekommen? Aber im Grunde genommen ist dies nur die schöne Dichtergabe unserer ungestillten Sehnsucht nach Liebe und Harmonie und erscheint oft gar im Kleid einer frommen „Moglipackung“:

Wir irren im Dschungel der Frömmigkeit herum in der Meinung, dass das Evangelium uns zu Herren des menschlichen Irrgartens macht. Wir sagen, dass Jesus gekommen ist, um unseren Mangel an Liebe zu stillen, und hangeln uns gleichzeitig an den Lianen selbstsüchtiger Wünsche von Ast zu Ast. Wir stolpern über Wurzeln der Selbstdarstellung und des Hochmuts, und  dumme Affen machen uns das fromme Leben schwer. Dabei werden wir ständig von Üble-Launen-Insekten gestochen, und selbstsüchtige Gedanken krächzen lautstark in der fruchtbaren Vegetation des Egoismus. Infolgedessen doktern wir  an den Symptomen der fehlenden Selbst- und Nächstenliebe herum und suchen einen Ausweg aus dem Labyrinth multipler Enttäuschungen. Wir bewachen unsere Biotope verletzter Gefühle, die Brutstätten des Grolls, der Bitterkeit und Rechtfertigung. Allerdings ärgern wir uns über die Moraste anderer, und haben keine Courage dazu, mit dem Buschmesser der Demut einen Pfad durch das Dickicht der Selbstgerechtigkeit zu schlagen. Wir beharren darauf, dass unsere Kompassnadel in die richtige Richtung weist und legalisieren unser Fehlverhalten.

Dass Jesus gekommen sei, um all unsere Probleme zu lösen, ist die verhängnisvollste „Evangeliums-Mogelpackung“ die es gibt! Kann man mehr enttäuscht werden, wenn ein solcher Glaube im Leben nicht aufgeht? Die Botschaft des Kreuzes lautet einzig und alleine: Jesus ist gekommen, Sünder zu retten! Das ist Freiheit!

Dann endlich bekannte ich dir meine Sünde, meine Schuld verschwieg ich nicht länger vor dir… Und du – ja, du befreitest mich von der Last meiner Sünde.    

Psalm 32,5

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