03.10.11 005Wahr oder Märchen? Das ist die Grundfrage bei Kindergeschichten. Die Grundfrage des Lebens lautet ähnlich: Bedeutend oder sinnlos? Eine Schnecke findet ihr Leben bestimmt wertvoll, solange sie meinen Salat fressen kann, ohne durch ein Labyrinth von Schneckenkörnern kriechen zu müssen. Für meinen Garten jedoch ist sie samt ihrem ganzen Familienverband eine Plage, ganz speziell für mich, wenn sie in meinem Salatteller landet. Eine Schnecke hinterlässt in ihrem kurzen Leben eh nur Schleimspuren, die höchstens zur Entfernung von Warzen helfen sollen.

Doch ist der Mensch besser dran? Sein kurzes Leben wird theologisch nur als ein Hauch und für nichts zu achten bezeichnet, ja sogar mit „Gjätt“ (Kraut und Gras) verglichen – welches bald verblüht ist und im besten Fall den Geissen als Futter dient. Ist das alles?

Doch das Wichtigste haben wir übersehen. Der Unterschied von uns Menschen zu allem Erschaffenen ist, dass wir nach Gottes Bild gestaltet wurden! Es muss also mehr geben als ein Leben, in welchem wir vielleicht am Ende aus Versehen in „Gottes Salatteller“ landen. Müssen wir uns daher nicht einmal fragen, für was Gott selbst als Trinität eigentlich lebt, um unseren eigenen Lebenswert darin zu erkennen?

Der Vater, der Sohn und der Heiliger Geist verströmen sich vor lauter Liebe, Freude und Verehrung an- und füreinander. Sie suchen ohne Ende die Herrlichkeit des anderen und sind daher unendlich glücklich. Wenn also der Mensch das Ebenbild des dreieinigen Gottes ist, dann machen solche Liebesbeziehungen den tiefsten Sinn unseres Lebens aus. Denn einzig und allein dazu hat Gott uns erschaffen und erlöst, dass wir schon jetzt und heute an Gottes überströmender Herrlichkeit und Freude teilhaben können. Es ist sozusagen eine Aufforderung zum Tanz, aus welchem die Wirklichkeit der Freude, Kraft und Schönheit des Lebens hervorsprudelt, bis über alle Ewigkeit hinaus!

carina 2011 002

Sie alle werden tanzen und singen: » Alle Quellen, von denen ich lebe, sind in dir! «      Psalm 87,7

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