Juni2011 055Ohren können vielfältige Aufgaben haben: Man kann sich z.B. etwas hinter die Ohren schreiben und die Löffel gleich als Bleistifthalter benutzen. Auch Brillenträger wissen steife Ohren zu schätzen. Andere lassen in ihren Ohrmuscheln die Haare büschelweise wachsen. Kühe tragen ihren Ausweis in Form einer Marke mit Identitätsnummer in den Ohren. Wir Menschen dagegen tragen unsere ID im Portemonnaie, da die meisten Ohren mit Ohrhänger und Piercings ausstaffiert sind. Aber das Wichtigste ist das Hören!

Hinhören muss Folgen haben! Nicht vergebens hat Gott unseren Kopf zwischen den Ohren eingeklemmt, damit das Gehörte schneller bei der Schaltzentrale ankommt. Bei manchen könnte man jedoch denken, dass das Gehör am Hintern angewachsen sei, weil ihnen alles daran vorbei geht.

Als unsere Kinder noch grün hinter den Ohren waren, versuchten wir Eltern ihnen manche wichtige Dinge des Lebens beizubringen, die sie lieber nicht hören wollten. Oft wurden sie von uns gefragt, ob sie Yukawurzeln in ihren Ohren hätten (Hauptnahrungsmittel im peruanischen Tiefland). Bei unseren Bemühungen, ihren Hin-hör-Sinn zu schulen, waren wir manchmal versucht, die Ohren hängen zu lassen. Aber halt, auch mir wurden als Kind bisweilen die Lauscher lang gezogen, weil sie auf „Kandersteg-Goppenstein“ programmiert waren – hier rein und dort raus!

Und überhaupt! Können wir Erwachsene wirklich so viel besser hören als Kinder? Bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche erlangt nämlich der Embryo die Fähigkeit, Töne zu hören und zu unterscheiden. Sind wir nicht vom Lärm dieser Zeit taub geworden und überhören leicht die leise Stimme Gottes, die uns mahnt und zurechtweist? Haben vielleicht gar wir Rüebli in den Ohren? Im neuen Testament (Luther) habe ich vierzehnmal die Aufforderung Jesu gefunden: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Hören heisst danach zu handeln! Darum spitzen wir unsere Ohren:

Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.   Sprüche 18,15

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