Frösche sind bedroht! Man muss sie unbedingt retten vor den gefährlichen Autoreifen auf der Landstrasse, vor dem Storch, vor den Froschschenkel-Jäger und auch vor den Mixer auf dem Markt in den peruanischen Anden. Dort werden die grünen Hüpfer nämlich roh mit Früchten zusammen zu Smoothies (Ganzfruchtgetränke) gemixt, welche diverse Beschwerden wie Erschöpfung oder Impotenz heilen sollen.

Frösche sind wirklich erbärmlich! Sie sind dazu prädestiniert, als Versager auf ihr Schicksal zu warten und im Moder der Welt „Dräck – Dräck“ zu quaken! Sie trampeln in ihrem Glasgefängnis aufeinander herum, meckern in den Sammeleimern über die schützenden Zäune längs der Landstrasse, andere verstecken sich zitternd vor dem Storch und den Delikatessen- Schlemmern. Vergeblich suchen sie nach ihrer Prinzessin mit der goldenen Kugel, welche sie möglicherweise mit einem Kuss von ihrem jämmerlichen Dasein erlösen könnte. Doch die Küsserei dauert nur solange bis sie feststellen, dass sie keine verwunschenen Prinzen sind!

Aber halt – haben wir nicht genau dieselbe Froschmentalität? Wir sind unfähig, den Dreck zu verlassen in dem wir stecken. Es gibt auch keine rettende goldene Kugel, um eine Prinzessin damit zu erpressen und in die königliche Kutsche der Freiheit umzusteigen. Versuchen vielleicht deshalb manche von unserer Gattung Frösche zu retten, um wenigstens auf diese Weise etwas Barmherzigkeit zu erleben? Denn heutzutage erfährt man als Froschretter ja größeren Beifall, als beim Predigen von Gottes Gericht und Gnade.

Umso unfassbarer ist es wenn ein Mensch seinen armseligen Zustand erkennt und dieses Wunder der Errettung am eigenen Leben erfährt. Gott selbst liess uns verlorene Narren vor seiner Gerechtigkeit in Sicherheit bringen, weil er gütig und barmherzig ist. Dafür hat Jesus sein Leben geopfert, damit wir nicht bekommen, was wir verdient hätten: Nämlich den „Todesmixer“ des gerechten Gottes. Das ist Gnade! Barmherzigkeit aber ist, das zu bekommen, was wir nicht verdient hätten: Neues Leben in Christus Jesus, Liebe, Frieden, Freude, Hoffnung…! Ein solches Geschenk muss bei uns unweigerlich zu leidenschaftlicher Barmherzigkeit führen, wenn wir Gnade wirklich verstanden haben. Denn Gnade ist kein goldener Ball der Selbsterlösung, sondern der fruchtbare Boden um leidenschaftliche Barmherzigkeit zu leben. Barmherzigkeit ist, wenn ich statt Frösche Menschen auf den Landstraßen und an Zäunen und Hecken auf Gottes Rettungsangebot hinweise, damit sie nicht vom ewigen Tod überrascht werden. Darum, sei kein Frosch! Lebe Barmherzigkeit:

Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Lukas 14,23

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