Die Menschenwerte versammeln sich auf dem Planeten Humanus zur internationalen Kundgebung für Menschrechte. Alle treten unisono für Gleichheit, Gerechtigkeit und Ordnung ein. Der Traum der globalen Einstimmigkeit gegen sämtliche Schattenseiten menschlicher Abgründe steigert sich zu einem einzigen Schrei durch alle Kontinente.

Doch in den Taumel der Machbarkeit platzen plötzlich die multikulturellen Menschennormen. Sie diskutieren mit erhobenen Waffen, wie  Gleichheit, Gerechtigkeit und Ordnung umzusetzen sind. Gesetze, Vorschriften und Übereinkünfte werden geltend gemacht, umkämpft und gebrochen. Die Oberflächenstruktur der Toleranz brodelt! Jedermann kratzt an der kleinen, sichtbaren Spitze des Eisbergs und versucht auf seine Weise, Berge zu versetzen: Einige sammeln Unterschriften für und gegen etwas, einige sprechen über Integration und Solidarität, einige schüren Ängste vor dem kommenden Weltuntergang und der Islamisierung, einige entfernen Kreuze aus der Öffentlichkeit und privatisieren den Glauben. Verzärtelte Christen beten ängstlich um Sicherheit auf ihrer winzigen Eisspitze, statt um Mut und Standhaftigkeit. Doch das Wesentliche und Gewichtige  in der Tiefenstruktur des menschlichen Daseins bleibt den „Wertler“ und „Nörmler“ unsichtbar.

Einer aber ist in die Abgründe der menschlichen Tiefenstruktur hinuntergetaucht. Er kannte das Wort Toleranz nicht und plädierte auch nicht für Menschenwerte und –normen. Das Brodeln der Oberflächenstruktur menschlichen Denkens berührte ihn nie. Er sah auf den Grund des Herzens hinab, und was er dort sah, liess sein Erbarmen aufflammen. Da band er sich eine Schürze um die Lenden und begann schmutzige Füsse zu waschen. Er ass gemeinsam am Tisch der Verachteten. Er brach Tabus, indem er menschliche Gedankengebäude durch sein besonnenes und gütiges Handeln niederriss, und Gottes Normen in die Herzen Verzweifelter hinein legte: Seine Gerechtigkeit und Gnade! Er erniedrigte sich selbst, um für Asylanten und Flüchtlinge einer perversen Welt das Leben zu lassen und ihnen eine Heimat im Herzen Gottes zu gewähren! Asylanten Gottes sind Menschen, die Schutz und Sicherheit bei Jesus gefunden haben.  Man erkennt sie an der umgebundenen Schürze und der Waschschüssel, in welcher sie mit der Seife der Barmherzigkeit Gottes Füsse jeglicher Herkunft waschen, um sie schliesslich mit dem Handtuch der erfahrenen Liebe Gottes abzutrocknen.

Da sagte Jesus zu ihnen: „Der Größte unter euch soll sich auf eine Stufe stellen mit dem Geringsten, und wer in führender Stellung ist, soll sein wie der, der dient.“      Lukas 22,26

Möchtest Du antworten?