Was ist doch der Nachthimmel für eine Entdeckungsreise für Sterngucker! Das Firmament  ist mit einem Meer von Sternen übersät: Rote Riesen und blaue Zwerge, Doppelsterne und Sternhaufen, und dazwischen säumen leuchtende Nebel und ferne Galaxien in den Tiefen des Himmels. Sternbilder wie Skorpion, Bär, Krebs, Löwe und andere Tiere tummeln sich zwischen selbsternannten Göttern im himmlischen Zoo. Unser Sohn, der als Missionarskind in seiner Erstheimat Peru ein besonderer Bewunderer des Himmelszelts war, wurde im Heimataufenthalt hier in der Schweiz in der Schulstunde der 7.Klasse gefragt, was er für ein Sternzeichen habe. Das wusste er nicht! Auf ungläubiges Staunen hin antwortete er energisch: „Wozu muss ich das wissen?“ - In Peru war das anders: Da legte man sich nachts auf die Kuhweide, und der Lehrer erklärte die Sternbilder. Man übernachtete auf der Schulreise auf einer Sandbank am Fluss, um ungeachtet der Millionen blutgieriger Moskitos die herrliche Milchstrasse zu bewundern. Und gemäss den „Tierkreiszeichen“, die man am nächsten Morgen im Sand entdeckte, bedeutete dies nicht, dass Widder, Steinböcke oder Jungfrauen um die Schüler gekreist sind, sondern bloss Krokodile.

Welchem Stern folgen wir? Die Weisen aus dem Morgenland mussten ein Risiko eingehen, um vielleicht vergeblich nach dem vermutlichen neuen König zu suchen. Sie mussten eine Wüste durchqueren und Entbehrungen auf sich nehmen, um ihrem Stern zu folgen. Sie mussten ihren Stolz zurücklassen um einem armen Kind ihre kostbaren Gaben zu schenken, von welchem sie nicht mit Bestimmtheit sagen konnten, was aus ihm werden wird. Und sie mussten einen irdischen König hintergehen, weil sie dem nächtlichen Traum über ihren neugefundenen himmlischen König mehr vertrauten.

Doch jene Astronomen aus dem Morgenland haben uns Abendländler wohl einiges voraus. Vielleicht sollten wir auch mal unsere „Kamele satteln“, um unseren Messias wirklich kennen zu lernen. Wir sind in unserem Glauben so schnell selbstzufrieden. Wo aber bleibt die Glut in unseren Herzen für eine göttliche „Wüstenwanderung“, bis uns in Gottes Wort wieder ein neuer Stern aufgeht? Gottes Sterne – sprich Zusagen - müssen erforscht und durchreist werden, damit sie in unseren Herzen Widerschein finden. Solche Sternstunden wünsche ich uns allen!

Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«, der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen.                          2.Korinther 4,6

1 Kommentar zu “Sternstunden”

Vielen Dank für diesen Text.

Wünsche Dir Gottes Segen für Deine wertvolle Arbeit im “Netz”.

Ganz liebe Grüsse

Helen

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