Mein Magen zieht sich zusammen - wie die Wäsche beim Eingehen. Das unangenehme Hungergefühl lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Ich sollte aufstehen und ein Joghurt futtern, statt eine Stunde um die andere schlaflos verstreichen zu lassen. Ich weiss aber im Voraus, was sich abspielen wird - wetten!

Ich schiebe meine Beine leise über die Bettkante ohne mit der Decke zu rascheln, stehe ohne Magenknurren auf, schiebe meine Füsse geräuschlos über den weichen Teppichvorleger neben meinem Bett. Unser Fussboden knarrt nicht, ich stolpere über keine Gegenstände und ich schleiche auch nicht in die falsche Richtung. Bis zur Tür sind es nur etwa vier Schritte. Ich kenne mich schliesslich im eigenen Schlafzimmer aus! Die Türklinke finde ich stets mit einem Handgriff, aber… schon ist es geschehen! Ich bin ertappt! Hab‘ ich’s nicht gesagt?!

Bevor ich die Tür auch nur geöffnet habe, brennt die Nachttischlampe auf der Bettseite meines Mannes. Wie macht er das nur? Was hat er bloss für Nachtsensoren, die ihn aus seinen Träumen reissen? Hat er Angst, dass ich weglaufe, oder gefällt ihm mein Gang zum Kühlschrank nicht?

Gemütlich esse ich mein Zwetschgenjoghurt, gehe auf Toilette, putze meine Zähne und betrete erneut auf leisen Sohlen das Schlafzimmer… das Licht ist immer noch an! Die Hand meines Mannes liegt immer noch ausgestreckt neben der Lampe auf dem Nachttisch. Kaum bin ich unter der Decke, schon breitet sich wie auf Kommando wieder Dunkelheit um uns aus!

Wenn ich meinen Kavalier darauf anspreche, sagt er mir jedes Mal, ich könnte im Dunkeln stolpern…und er habe schliesslich an unserer Hochzeit  JA gesagt - in guten wie in bösen (schlaflosen) Zeiten. Schliesslich habe er ein Recht dazu, seine Lampe zu dimmen, wann immer er wolle.

Warum eigentlich schleiche ich lieber im Dunkeln herum? Stattdessen könnte ich mir die Mühe, wie eine Maus der Katze zu entkommen, ersparen, das Licht selber andrehen, mich mit einem Ruck im Bett aufsetzen, die Decke kräftig ausschüttel, den Magen lautstark knurren lassen, theatralisch gähnen, mit meinen Hausschuhen geräuschvoll durch das Schlafzimmer schlurfen und die Tür lautstark aufreissen, um sie hinter mir wieder in die Falle zu werfen. Aber nein, ich versuche mich wie ein Dieb in der Nacht aus dem eigenen Schlafzimmer zu stehlen, und alles wegen diesem doofen Hungergefühl!

Ist es nicht so, dass sich manche Menschen im Dunklen wohl fühlen würden, wenn da nicht dieses Hungergefühl nach Erfüllung wäre! Sie bewegen sich blind in ihrem vertrauten Umfeld, und versuchen ihren Hunger zu stillen. Aber da sind auch welche, von denen sie sich unangenehm ertappt fühlen. Jene lassen ihre Lichter leuchten, ungefragt, aus Sorge um die, welche sie lieben - denn es hält der Höchste seine Hand an den Dimmer ihres Herzens! Auf Den können sie sich verlassen! Wetten?!

Umso fester verlassen wir uns jetzt auf das, was Gott durch seine Propheten zugesagt hat. Auch ihr tut gut daran, wenn ihr darauf hört. Denn Gottes Zusagen leuchten wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der aufgehende Morgenstern in eure Herzen scheint.                                                         2.Petrus 1,19

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