Ich kenne mein Geburtsdatum und Alter, mein Geschlecht, meinen Namen und seine Bedeutung, meine Grösse und Haarfarbe, meinen Beruf, meine Konfession, und die Dokumente zeigen, dass ich eine freie Schweizerin bin mit Heimatort in Langnau i.E. Ich kann deutsch, spanisch und eine Indianersprache sprechen, liebe meinen blonden Cowboy aus Paraguay, mit dem ich seit fast zwei Jahrzehnt verheiratet bin, und bin vernarrt in unsere drei rappelköpfige Teenies. Aber wer bin ich, wenn all diese Dinge wegfallen? Was ist meine Identität dann?

Meine Gedanken sagen mir, dass ich sehr extrovertiert bin und mich manchmal peinlich aufführe, dass ich zu kämpfen habe mit den Wechselbädern meiner Gefühle und mit einem ausgeprägten Harmoniebedürfnis und Helfersyndrom, dass ich lieber ein wenig bedächtiger und sachlicher wäre – und dass ich dies eigentlich nicht schreiben sollte, weil man sich als erwachsene Frau keiner Blösse zeigt…

Ist dies wirklich meine Identität? Bin ich das, was ich über mich denke? Zumindest verhalte ich mich häufig genau so, wie meine Gedankengebäude konstruiert sind, und meine wahre Identität geht im Strudel meiner verworrenen Wirklichkeitswahrnehmung unter!

Neben der Gotteserkenntnis ist die wichtigste Frage unseres Lebens die rechte Selbsterkenntnis, denn nur so können wir unsere Bestimmung von Gott richtig leben. Dafür ist die Bibel die zuverlässigste Quelle unserer Identität. In Epheser 2, 10 steht, dass wir Gottes Werk sind, in Christus Jesus zu guten Handlungen befähigt, was Gott schon immer mit uns vor hatte, und dass wir uns in dieser Identität bewegen sollen. Meine Identität in Christus ist also nicht so sehr eine Frage des Erreichens, sondern des Seins. Ich bin in Christus vollkommen, angenommen und geliebt! Wenn dies nicht ein Grund ist, meinem Charakter gemäss wie ein Quecksilber Purzelbäume zu schlagen…!

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