telefon-002Das Telefon klingelt. Eine deutsche Stimme einer mir unbekannten Person meldet sich: „Haben sie zufällig ihren Schlüssel verloren?“ Ich bin konsterniert – habe ich tatsächlich meinen Schlüsselbund verloren und es noch nicht gemerkt? Aber woher weiss die Madam, dass er mir gehört? Ich hatte kein Adressschild daran! Kaum war ich fähig meine Gedanken zu sammeln, fuhr die Frau weiter: Ob ich ihn schon mal verloren hätte…ich kann mich nicht erinnern…aha, jetzt dämmert es mir! Dieses Frauenzimmer will mir Angst einjagen, faselt etwas von Schlüsselbund versichern lassen und lässt mir keine Gelegenheit um Einwände anzubringen. Ich unterbreche sie und versichere ihr, dass ich kein Interesse daran hätte. „Ja aber was tun sie bloss, wenn sie ihre Schlüssel doch mal verlieren?“, hängt sie mir hartnäckig an der Strippe. „Man kann aber auch alles und doch gar nichts versichern!“, antworte ich und hänge auf.

Diese schwache Antwort meinerseits lässt mich noch eine Weile nachgrübeln: Es macht mich wütend, ständig per Telefon zu den oberschlausten Tageszeiten aufdringlich Schnickschnack angedreht zu bekommen, den ich nie vermisst habe.

Als ich noch darüber nachdachte, wurde mir wieder neu bewusst, wie unsicher das Leben doch für viele Menschen ohne persönliche Beziehung zu Jesus ist. Ich kann alles Irdische absichern und trotzdem keinen Halt, keinen Frieden haben. Was nützt es mir aber, wenn ich mein ganzes Hab und Gut versichert habe, inklusive mein eigenes Leben, und an meiner Seele Schaden erleide. Wie gut, dass ich nicht dafür bezahlt werde, meinen Glauben anderen anzudrehen. Ich wünsche mir aber, dass ich Jesus nie zum blossen Marketingprodukt degradiere, sondern dass seine grenzenlose Liebe imitten all der Unsicherheiten des Lebens in mir sichtbar wird.

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