Unsere Tochter Carina hat sich kürzlich den Mund buchstäblich wund gescheuert. Warum? Wegen einer geplatzten Kaugummiblase! Genauso scheuere ich mich an dem Wörtchen „Toleranz“ wund. Die Verpackung scheint zwar toll und der Kaugummi schmeckt süss, aber nur für ein paar Minuten. Dann wird er geschmacklos und fad. Vielleicht gibt es davon zahnschonende Produkte, die weder die Zähne noch das Gewissen angreifen, dafür sind diese durch sieben Kuhmägen unverdaulich. Noch schlimmer ist flüssiger Kaugummi, welcher auf dem heissen Strassenpflaster klebt. Schon mal reingetreten? Haftet zäh wie Schusterleim! Jeder ätzende Versuch, das klebende Ekel loszuwerden, schlägt fehl. Da hilft nur noch: Einfrieren und loskratzen (aus den Augen, aus dem Sinn – liebe Toleranz).

Das Wörtchen Toleranz verklebt mir den Mund. Ich darf keine Meinung haben, nichts mehr sagen, was mein Gegenüber herausfordern oder gar zum Nachdenken bringen könnte; wehe mir, wenn ich jemandem dabei auf die Haluxen stehe! Dann werde ich schnell als Fundamentalist oder Kulturzerstörer abgestempelt. Dieser Stempel ist kaum mehr von den Lippen zu kriegen, ohne sich dabei wund zu scheuern.

Übrigens – diese Sorte Kaugummi ist leider auch in christlichen Kreisen erhältlich. Man schweigt aus Toleranz, und der Glaube wird fad und kraftlos, und viele  Worte ohne überzeugenden Glauben sind  widerwärtig wie ein Kaugummi auf dem heissen Strassenpflaster. Ich empfehle ihnen stattdessen das „Produkt wwjd“ (Was würde Jesus tun?). Es wird nie geschmacklos, wenn man es aus  tiefter Überzeugung und Begeisterung anwendet, auch dann nicht, wenn man dadurch als untolerant abgestempelt wird.

Ich wünsche uns allen den Mut, das zu sagen und zu tun, was Jesus von uns möchte. Dafür brauchen wir enge Gemeinschaft mit IHM.

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